Montag, 29. Juni 2015

Tatort Schule



Tatort Schule

Bildergebnis für sylvia hamacher„Ich kann immer noch nicht Essen was ich will.“
Sylvia Hamacher wurde in der Schule gemobbt und hatte deswegen oft Magenbeschwerden. Die Folgen davon sind heute noch spürbar, denn es wurden bei Sylvia mehrere Lebensmittelintoleranzen diagnostiziert.
Alles begann in der siebten Klasse. Die Mitschüler begannen das Mädchen systematisch auszugrenzen und zu ignorieren. Sylvia dachte, es sei eine Phase und ginge wieder vorbei, doch es hörte nicht auf und wurde schlimmer.
Es ging so weit, bis auch die Unter- und Oberstufe mitmachte. Sie verbreiteten Gerüchte auf sexueller Basis im Internet. Es wurde erzählt, dass sie mit allen Jungs schlafen würde und deswegen wurde sie immer häufiger auf dem Schulhof angemacht.
Irgendwann konnte sie nicht mehr alleine auf dem Schulhof stehen, ohne dass sie getreten oder angespuckt wurde.
Ihr Tiefpunkt war erreicht, als sie Selbstmordgedanken hatte. Sie hatte das Gefühl, es wäre besser wenn sie nicht mehr da wäre. Diese Gedanken treten bei 50-70% der betroffenen Personen auf.
Daraufhin wechselte sie die Schule und ging zur Psychologin.
Doch Sylvia ist kein Einzelfall. In Deutschland werden 91% zwischen 8 und 17 jährigen gemobbt. Diese Statistik umfasst alle Formen von Mobbing, auch wenn sie nicht so schlimm sind wie bei Sylvia.

Hier ein Zeitungsausschnitt von einem Jungen aus dem Jahr 1993, Olweus.
Zwei Jahre lang war Jonny für einige Klassenkameraden ein menschliches Spielzeug. Sie nahmen ihm Geld ab, zwangen ihn, Unkraut zu essen und mit Geschirrspülmittel versetzte Milch zu trinken. Sie schlugen ihn auf der Schultoilette zusammen, legten ihm einen Strick als Halsband an und führten ihn als ihr Haustier herum.

Dies ist ein extremes Beispiel für Mobbing. Wie man erkennt, ist es einige Jahre her. Heute wird  oft auch im Internet gemobbt. 39% der Jugendlichen zwischen 8 und 17 Jahren werden so gemobbt. Mobbing war, ist und bleibt ein riesiges Problem.

Etwas dagegen zu unternehmen ist sehr schwer. Wir sprechen aus eigenen Erfahrungen. Sylvia hat nie herausgefunden, was der Grund war für die Mobbingattacken. Sie hat nie Hilfe von ihren Mitschülern oder Lehrern bekommen. Den Lehrern gibt sie keine Schuld, da sie keine Experten sind. Doch auch für ausgebildeten Fachleute ist es schwierig gegen Mobbing zu kämpfen. Eigentlich sollte man schon Massnahmen ergreifen, bevor es ausbricht. Doch das ist fast unmöglich. Wenn es ausgebrochen ist, verbreitet es sich wie ein Virus und die Schüler beginnen oft aus Angst, selbst gemobbt zu werden, mitzumachen. Die Lehrer versuchen es oft in der Klasse anzusprechen oder mit den mutmasslichen Tätern zu sprechen. Doch man hat gemerkt, dass es so nicht unbedingt besser wird, sondern die Situation nur noch schlimmer macht. Wenn „der Virus“ genug stark verbreitet ist, ist der Schulwechsel oder ein Neuanfang für das Opfer die beste Lösung.

Gegen Cybermobbing etwas zu unternehmen ist einfacher, denn dies ist eine Straftat. Das bedeutet, man kann gegen den Täter Anzeige erstatten. Dafür sollte man möglichst viele Beweise sammeln und auch das persönliche Empfinden dokumentieren.
Sylvia begann oft zu zittern und hatte Angstzustände. Dazu konnte sie nicht mehr ruhig schlafen und bekam regelmässig  Kopfschmerzen und Magenbeschwerden.

Als eigene Therapie führte sie Tagebuch. Dieses veröffentlichte sie und wurde dadurch bekannt. Später bekam sie mit Hilfe ihrer Psychologin ihr Selbstwertgefühl wieder zurück. Andere Betroffene gehen in ein spezielles Selbstverteidigungstraining. Der Trainer macht gezielte Übungen, um das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken.

Wir haben als aussenstehende alle Mobbing erlebt und können nicht verstehen, warum Menschen zu so etwas fähig sind.
(Letizia, Ronja, Shalin, Qc)

Kommentare:

  1. Solche Mobber sind einfach grausam.

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  2. Ich kann nicht verstehen wie manche Menschen so grausam sein können.
    Pierre, Till, Chris

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  3. Danke für diesen interessanten Text. Auch wenn ich keine Expertin auf dem Thema Mobbing bin, denke ich, dass Sie ein sehr wichtiges Schlüsselwort ganz deutlich hervorgehoben haben: Selbstwertgefühl!
    S. Heim

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