Montag, 3. Juli 2017

Magersucht im Ballett


Ich habe dieses Thema gewählt, da ich selbst auch intensiv Ballett betreibe und mehrere Personen kenne, welche durch das Ballett der Magersucht zum Opfer gefallen sind.
Im Ballett kommt es auf eine grazile Haltung, gute Ausstrahlung und einen schlanken aber doch sportlichen Körper an. Dem Druck dieser Ideale sind aber nicht alle gewachsen, was zu häufigen Fällen der Magersucht führt.

Häufigkeit
Das Auftreten der Magersucht bei Sportarten wie dem Ballett variiert zwischen 40% und 60%. Auffällig ist, dass Tänzerinnen (auch Hobbytänzerinnen/ Vorprofis) viel häufiger an einer Essstörung erkranken als Männer, da beim „Pas de deux“ die Männer die Frauen hochheben müssen und grundsätzlich die Erwartungen an die Frauen im Ballett höher sind als bei den Männern.

Margherita Barieri wurde magersüchtig nachdem ihr
Ballettlehrer ihr sagte, dass ihre Figur für das Ballett
inakzeptabel sei.
Druck
Als Tänzer/Tänzerin sieht man sich ständig im Spiegel und steht so im direkten Vergleich zu den Anderen, was dazu führt, dass man jeden kleinen Makel an sich bemerkt, der bei anderen nicht vorhanden ist und sich allgemein viel strenger kritisiert. Zudem gibt es häufige Fälle von extremen Trainern, die unglaublich viel von ihren Schülern erwarten. Diese Trainer loben und beachten einen bei zunehmender Gewichtsabnahme immer mehr, so dass diese Tänzer immer mehr abnehmen wollen und die Grenze zwischen dem gesunden Schlanksein und dem krankhaften abmagern nicht mehr wahrnehmen können. Durch das weitere Lob der Lehrer, die diese extreme Gewichtsabnahme gutheissen, hungern sich       
die Betroffenen oft zu Tode.

Psychische Krankheiten
Es können nebenbei auch noch andere psychische Krankheiten ausgelöst werden wie zum Beispiel Brechsucht (Bulimie), extreme Stimmungsschwankungen sowie Depressionen, Nervenzusammenbrüche, Kreislaufstörungen, Halluzinationen und Angststörungen, die schliesslich zum zum Tod führen können.

Falsche Wahrnehmung
Viele Tänzer denken, dass sie durch hohe Gewichtsabnahme grössere Chancen im Business haben und realisieren dabei nicht, dass nicht nur der Körper relevant ist, sondern auch die Technik, Leidenschaft und das Talent.

Eigene Erfahrungen
In meiner Ballettschule gibt es mehrere Personen, welche magersüchtig sind. Bei gewissen Personen konnte man richtiggehend beobachten wie sie immer dünner und dünner wurden, schwächer und all ihre Muskeln und Kraft verloren haben. Ich erlebte wie sie immer launischer wurden, bei Kleinigkeiten ausflippten, Zusammenbrüche erlitten und ein gestörtes Wahrnehmungsvermögen bekamen. Zum Beispiel träumt eine 27- Jährige, magersüchtige Frau davon, in New York eine professionelle Ballettausbildung zu absolvieren und Profitänzerin zu werden. Solche Träume werden verstärkt, da eine Andere, ebenfalls magersüchtige Ballettkollegin diesen Traum tatsächlich erfüllen konnte und nun für eine Ballettmarke modelt.

Michaela de Prince, eine gesunde Tänzerin
Fazit
Es ist offensichtlich, dass in der Tanzindustrie viel Wert auf den Körper gelegt wird und daher aussergewöhnlich viele Tänzer an einer psychischen Krankheit leiden. Das, worüber ich jetzt geschrieben habe, kommt zwar noch in der Ballettwelt vor, im Vergleich zu früher hat aber sowohl die Anzahl der Ballettmeister, wie auch die Menge der Ballettakademien, die noch auf massives Untergewicht beharren, extrem abgenommen hat.
Gesunde Tänzer sind diese, bei denen die Balance zwischen dem Essen und dem Training stimmt.



Quellen




Kommentare:

  1. Der text ist sehr gut. mit bildern wurde einem alles noch klarer vor augen geführt. kritik kann es fast keine geben. vielleicht ein paar mehr fakten.

    (JB)

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  2. Übersichtlich, Ich finde es gut, dass du Bilder benutzt hast. Ein spannendes Thema. (AJ)

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Ich finde es sehr gut das du dieses Thema angesprochen hast, weil ich finde das es schrecklich ist, das solche sachen in der heutigen, doch eigentlich modernen, welt immer noch aktuell sind. Auch finde ich, hast du es sehr deutlich beschrieben und einem mit bildern nocheinmal mehr vor augen geführt. (Joy H.)

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